Wir möchten Dir nachfolgend die Arbeiten beschreiben, die über das Jahr verteilt bei der Bienenhaltung anstehen. Bevor Du Dir Deine ersten Bienen kaufen kannst, machst Du am besten einen Imkergrundkurs beim örtlichen Imkerverein. Du kannst Dir auch einen Imkerpaten suchen der Dich an die Imkerei heranführt. Nur wenn Du Dich gut um Deine Bienen kümmerst sammeln Sie fleißig Honig.

Das Bienenjahr

Wir arbeiten mit dem Zandermaß. Als Leitfaden zur Bienenhaltung können wir das Buch „Einfach imkern“ von Dr. Gerhard Liebig empfehlen. In dem Buch sind alle Arbeiten rund um die Bienen ausführlich beschrieben.

Um gesunde und vitale Bienenvölker zu haben ist folgendes wichtig:

  • Die Bienen haben bis zum Beginn der Frühjahrstracht (meist Ende April) genügend Futtervorräte.
  • Die Varroabehandlungen im Sommer und Winter gewissenhaft durchgeführt werden.

Wir arbeiten ohne Imkerhandschuhe. Ein Tipp um nicht gestochen zu werden ist ätherisches Nelkenöl. Bienen mögen Nelkenöl überhaupt nicht. Da Nelkenöl einen intensiven Duft hat kannst Du Nitrillhandschuhe anziehen. Verteile auf den Handschuhen das Nelkenöl. Somit hast Du ein gutes Gefühl in den Händen, wirst fast nicht gestochen und hast zusätzlich den Vorteil, dass Du nicht nach Nelkenöl duftest.

Bienenvolk kaufen

Frühjahr

Arbeiten bis zum Trachtbeginn

Im Januar überprüfen wir den Futtervorrat durch Anheben der Beuten. Dazu nutzen wir eine digitale Kofferwaage. Bei Bienenvölkern die nur noch wenig Futtervorrat haben warten wir auf einen sonnigen Tag (mindestens 10 Grad) und geben unter den Deckel Futterteig. Spätestens wenn die Haselnuss blüht kannst Du die Bienen beobachten, wie sie Blütenpollen in die Bienenbeute eintragen. Bienen tragen Blütenpollen normalerweise nur ein, wenn Brut vorhanden ist. Somit kannst Du nur durch die Beobachtung des Flugloches feststellen ob die Bienenkönigin lebt, Eier legt und ein Brutnest vorhanden ist. Gerade wenn Du mit der Bienenhaltung anfängst, möchtest Du sehen ob es der Bienenkönigin gut geht und öffnest des öfteren die Bienenbeute. Dabei besteht immer die Gefahr, die Bienenkönigin zu verletzen, außerdem wird das Bienenvolk gestört.
Haben deine Bienen den Winter nicht überlebt ist es spätestens im Januar an der Zeit neue Bienen zu kaufen.

An einem sonnigen Tag im Februar oder März (mindesten 15 Grad in der Sonne) führen wir bei den Bienen immer die Frühjahrsdurchsicht durch. Hierbei nehmen wir die Zarge ab und kehren den Totenfall des Winters vom Beutenboden ab.

Ende März ist bei uns die Zeit für das Aufsetzen der zweiten Zarge um den Brutraum für die Bienen zu erweitern. Jetzt entfernen wir den Mäuseschutz am Flugloch.

Arbeiten ab Trachtbeginn

Mit Beginn der Obstblüte ist es Zeit die Honigzarge aufzusetzen. Wir geben zwischen dem Brutraum und der Honigzarge immer ein Absperrgitter. Warte mit dem Einsetzen des Absperrgitters einige Tage bis die Bienen den Honigraum angenommen haben. Die Bienenkönigin muss im Brutraum bleiben.

Im Mai und Juni ist eine regelmäßige Schwarmkontrolle notwendig.

Nach der ersten Massentracht meist so Ende Mai ist es an der Zeit den Honig aus den Waben zu schleudern. Wir achten darauf, dass die Waben mindestens zu 3/4 verdeckelt sind, damit der Honig gut lagerfähig ist. Die Bienen benötigen die nicht verdeckelten Waben als kleinen Futtervorrat, um Schlechtwetterperioden zu überbrücken.

Sommer

Wenn es in deiner Gegend Waldhonig gibt kannst Du im Juli nochmal den Honig aus den Waben zu schleudern.

Im Juli und August ist das Hauptaugenmerk auf die Varroakontrolle und Bekämpfung gerichtet. Es gibt die klassische Behandlung mit Ameisensäure. In den letzte Jahren wird immer häufiger mit einer kompletten Brutentnahme und Milchsäurebehandlung gearbeitet. Durch die Brutentnahme werden die in der verdeckelten Brut befindlichen Varroamilben komplett entnommen und mit der Milchsäurebehandlung die an den Bienen anhafteten Varroamilben entfernt.

Im Juli, August und September steht das Auffüttern für den Winter an. Entweder verwendet man selbst angerührtes Zuckerwasser, fertigen Futtersirup oder Futterteig.

Ende September sollte die Auffütterung abgeschlossen sein.

Herbst

Jetzt beginnt die etwas ruhigere Zeit für den Imker. Im Oktober werden die Fluglochkeile zum Mäuseschutz eingebracht und die Beuten wintersicher gemacht. Bei uns bedeutet das auch die Beuten mit Steinen vor starken Winterstürmen zu schützen.

Winter

In den Wochen vor Weihnachten steht die Winterbehandlung mit Oxalsäure an. Honig wird nach Bedarf in Gläser abgefüllt. Ansonsten herrscht Winterruhe.